Kálmán Imre Emlékház

8600 Siófok, Kálmán Imre sétány 5. Telefon: 84/311-287

Kálmán Imre

Fotos vom Leben von Emmerich Kálmán...

Fotos von den Werken von Emmerich Kálmán...

Siófok begann gerade im Jahrzehnt vor Emmerich Kálmáns Geburt zu einem bedeutungsvollen Badeort zu werden. Bei der Betrachtung der Geschichte der Stadt können wir feststellen, dass die Jahre vor der Geburt des Komponisten von besonderer Bedeutung waren. Wenn wir das Jahr 1863 als den Zeitpunkt betrachten, wenn es zum Ferienort wurde, müssen wir als Erstes die Eisenbahnlinie zwischen Budapest und Fiume erwähnen. Immer mehr Leute erkannten, dass das Seeufer und der seidige Sand in Siófok zum Baden für jede Altersklasse ausgezeichnet geeignet ist. Dieses Erkenntnis gab der Stadt den nötigen Anstoß für die Entwicklung zu einem Badeort. Zu den Hauptbeschäftigungen der Bewohner gehörten zu dieser Zeit Landbau, Tierzucht und Handel. Würdig konnte Károly Eötvös sagen,: „Jeder Zeichen deutet darauf hin, dass Siófok der Begünstigte unserer Zukunft ist.“ Die hier gesiedelten Juden haben das Handelsleben der Gemeinde bald auf ein höheres Niveau gehoben. Auch in der Entwicklung zum Bade- und Ferienort setzten sich viele Handelsaspekte durch. Gleichzeitig zum Ausbau der „Franz Joseph Orientbahn“ begann die Regelung des Sió-Kanals und somit die Entstehung des Badeortes.

Emmerich Kálmáns Vater, Károly Koppstein war Getreidehändler und Unternehmer in Siófok. Seine Mutter, Paula Singer - eine sanftmütige, kulturliebende Frau - erlebte den Weltruhm ihres Sohnes. Emmerich Kálmán wurde als drittes Kind geboren. Geschwister waren sie zu sechst. Imre Koppstein veränderte seinen Nachnamen während des Gymnasiums auf Kálmán.

In seiner Kindheit umgab ihn die Folklorewelt der Umgebung vom Plattensee. Der kleine Imre hat schon mit fünf Jahren seinen außerordentlichen musikalischen Talent untrüglich bewiesen. Er hörte dem Klavierspielen seiner Mutter und Schwester Vilma schon viel früher mit aktiver Teilnahme zu. Er setze sich auf den Rand der Couch und passte mit einer, seinem Alter nicht entsprechender Ernsthaftigkeit und mit Einleben widerspiegelnden Augen auf. Sein Gesicht war mal blass vor Ergriffensein, mal errötet vor Aufregung. Im Elternhaus stand ihm nicht nur das Klavier, sondern auch das geerbte Talent zur Verfügung. In der Familie seiner Mutter gab es erstrangige Musiker, in der Familie seines Vaters gab es ausgezeichnete Rabbis, Lehrer.

Mit Hilfe der nächsten Episode können wir darauf schließen, wie früh sich das musikalische Interesse bei ihm gezeigt hat: „Ich ging einmal zu ihnen um zu spielen, doch Imre war nirgends. Einer seiner Cousins (der 10 Jahre älter war, als er) spielte Klavier. Die Decke (auf dem Klavier) reichte bis zum Parkett. Darunter war Imre versteckt.“ - erinnerte sich Jenő Fischer, sein Kamerad aus der Kindheit zurück. Im Legendarium von Siófok blieb ein Fall erhalten: Emmerich Kálmán zog als Kind laut trommelnd durch den Marktplatz des Dorfes und genoss es sehr, dass die Tiere erschreckt vor ihm ausgewichen sind. Gackeln, Grunzen, Schnattern und Bellen folgte seinen Schritten. Diese waren abwechslungsreiche Klänge für seine musikalischen Ohren, voll mit scharfen Dissonanzen, Rhythmus, Tempo und der Vielfältigkeit der Nuancen und mit der Dramatik des all dies zusammenhaltenden Trommelwirbels. Das war seine erste symphonische Heldendichtung! Das Ergebnis der freien, kindlichen Fantasie: Tierorchester und ein mit Trommelstöcken leitender Dirigent.

Zu seiner Umgebung gehörten auch die großen Persönlichkeiten der im Jahre 1875 beginnenden Schauspielkunst. Emmerich Kálmán rief sein erstes Treffen mit der Musik und der Musikwelt am Gipfel seiner Karriere wach. Im Sommer 1888 war unter mehreren namhaften Besuchern auch Ferenc Liedl (1856-1900), Geigenkünstler in Siófok zu Gast. Er mietete sich ein Zimmer bei Kálmáns Familie, um ungestört üben zu können. Emmerich Kálmán bekam seine ersten Musikstunden als Kind von ihm. Emmerich Kálmán lernte die Welt des Theaters in seinen jungen Jahren in Siófok kennen. Er trieb sich um den - von Lipót Karpelesz gegründeten - „Sommer Schauspielkreis“ herum, der sich in der direkten Nachbarschaft seines Hauses befand. Emmerich Kálmán erschien pünktlich zu jeder Probe - uneingeladen. Er traute sich auch auf die Bühne, hinter die Kulissen zu gehen. Die Welt des Theaters hat ihn bezaubert und gefangen.

Er schloss seine elementare Ausbildung in einer strengen israelitischen Volksschule ab. Die Judenschule in Siófok hatte einen sehr guten Ruf, auch christliche Eltern schickten ihre Kinder gern dorthin. Nicht nur wegen des stadtweit berühmten, ausgezeichnetem Pädagogen, Adolf Rónai, sondern auch weil hier Deutsch unterrichtet wurde. Géza Révész war in der Schule Emmerich Kálmáns Mitschüler, der später ein weltberühmter Psychologe geworden ist.

Emmerich Kálmán nahm seine ersten Klavierstunden von Antal Remcsáks Frau, einer künstlerischen Lehrerin in Siófok, noch als Schüler in der Elementarschule. Das Gymnasium schloss er im Budapester Evangelischen Gymnasium am Deák Platz ab. Ein Zimmer des Emmerich Kálmán Gedenkhauses widerspiegelt treu die Zeit, in welcher die werdende, ausgezeichnete Persönlichkeit der Operette als Kind, Jugendlicher gelebt hatte. Fotodokumente, darunter auch das Porträt Franz Josephs, lassen die Zeit nachempfinden, in der Kasinos, Theater und Pferderennen die Lebensweise der Herrschaften bedeuteten, und welche durch das Erscheinen der Operette, der Komödie, des neu erweckten Abenteuerromans, der sensiblen Tanznovelle und der Detektivromane charakterisiert wurde. Die Zeit- und Operettengeschichte vorstellende Ausstellung vermittelt die Stimmung des Jahrhundertanfangs. Die Ausstellung vermittelt ein authentisches, künstlerisches und menschliches Bild über die Karriere Emmerich Kálmáns, der aus diesem Haus stammte, seine Kindheit und Schulzeit hier verbrachte. Auch später, am Gipfel seiner Karriere, brach seine Verbindung zu Siófok nicht ab.

Durch die Bildtafel und Fotos der Ausstellung können wir Anfangsjahre von Emmerich Kálmán als Musiker verfolgen. Bis zu seinem sechzehnten Lebensjahr hat er soviel Geld gesammelt, dass er statt des alten, inzwischen verkauften Klaviers ein gebrauchtes kaufen konnte. Er schätzte dieses Instrument (Csuport) sehr hoch und wollte es nie verkaufen. Später bewahrte es die Familie auf, es stand lange Zeit im Zimmer seiner Mutter, dann bewachte es seine Schwester Rózsika, bis es seine Witwe dem Emmerich Kálmán Museum in Siófok schenkte. Jetzt steht es im ersten Saal des Gedenkmuseums. Das alte Instrument könnte über den, auf seine Klavierspieler-Karriere verzichtenden, Komposition lernenden Emmerich Kálmán erzählen, der wegen den Anforderungen seiner Familie Jurist geworden ist. Es würde vielleicht auch darüber erzählen, wie der junge Mann, der sich zu der „schrecklichen Tat“ entschlossen hatte, Operetten zu komponieren, seinen Deckel zugeschlagen hatte. Auch der Sessel und der Kronleuchter sind originale Stücke. Der Klavierstuhl gelang durch die Schenkung von János Halperth - Enkel seiner Schwester Vilma - ins Museum.

Im Mittelpunkt der Ausstellung steht Emmerich Kálmáns Büste, welche der namhafter Pariser Bildhauer, E. D. Minazzoli 1953 aus Carraraer Marmor gefertigt hatte. Die ausgezeichnete Charakterschilderung stellt das Zielbewusstsein, die Kämpfe, die kleineren Enttäuschungen, sowie sein Erfolgreichwerden dar. Die Ausstellung informiert darüber, dass er sich schon mit fünfzehn Jahren in der Musikakademie eingeschrieben hatte. Er war János Koesslers Schüler, der auch Bartók, Kodály, Dohnányi, Weiner, Albert Szirmai und Viktor Jacobi unterrichtete. Inzwischen studierte er Jura an der Budapester Universität, dann wurde er Leiter der Musikspalte bei der Tageszeitung „Pesti Napló“. Er arbeitete fünf Jahre lang da, aber publizierte auch in der Zeitung „Új Idők“. In seiner Zeit als Kritiker schrieb er die Couplets „WEIL DIE BERTA EINE GROßE GANS IST“ und „SÁRI FEDÁKS ZIMMERMÄDCHEN“. Später schämte er sich für diese, da er in Professor Koesslers Klasse an der Musikakademie noch von Symphonien geträumt hatte. Als Kind hatte er Klavierkünstlerambitionen, doch er musste das Klavierspielen bald wegen der chronischen Sehnenscheidenentzündung aufgeben. Nach dem Abschluss der Musikakademie suchte er in Wien, München und Leipzig vergebens nach Herausgeber für seine Lieder und symphonischen Gedichte.

In dieser Zeit schrieb er die Musik für Samu Fényes‘ musikalisches Spiel „DER NACHLASS VON PERSZLÉNYI“ (wurde insgesamt sechsmal vorgeführt). „Wenn das so weitergeht, werde ich etwas schreckliches tun... Ich werde eine Operette schreiben!“ - drohte er. Sein erster große Erfolg war das Stück, TATÁRJÁRÁS (DER TATARENSTURM), das am 2. Februar 1908 im Vígszínház (Lustspieltheater) aufgeführt wurde. Tatárjárás (Tatarensturm) wurde 144-mal gespielt, und bald auch in Wien und Prag aufgeführt. Die Vorführung in Wien zählte als Welterfolg, da damals Wien als die Hauptstadt der Operette gilt.

Kálmán zog bald nach Wien (es ist allgemein bekannt, dass die vermögenden Bürger der österreichisch-ungarischen Monarchie sowohl in Budapest, und in Wien als auch in Prag zu Hause waren). Der Komponist war zu dieser Zeit 25 Jahre alt. Ein Jahr später wurde Tatárjárás (Der Tatarensturm) bereits in Moskau, New York, London, Rom gespielt und als erste ungarische Operette in Frankreich auf die Bühne gebracht. Seine Librettos schrieben österreichische Textschreiber: Alfred Grünwald, Julius Brammer, Rudolf Oesterreicher. Die Urvorführungen fanden im Wiener Johann Strauss Theater, bzw. im Theater an der Wien statt. Die Reihenfolge der Budapester Vorführungen: AZ OBSITOS (DER SOLDAT) (1910), DER ZIGEUNERPRIMAS (1914), DER KLEINE KÖNIG (1914), ZSUZSI KISASSZONY (FRÄULEIN SUSI) (1915), DIE CSÁRDÁSFÜRSTIN (1916), DIE FASCHINGSFEE (1919), DAS HOLLANDWEIBCHEN (1921), DIE BAJADERE (1922), GRÄFIN MARIZA (1924), DIE ZIRKUSPRINZESSIN (1926), DIE HERZOGIN VON CHICAGO (1928)...

Nach den zwei „Herzoginoperetten“ passierte eine wichtige Änderung im Emmerich Kálmáns Familienleben: er heiratete. Seine Ehefrau war die strahlend schöne, sehr junge Vera Maria Makinszka, russisch-polnische Tänzerin. Aus ihrer Ehe wurden zwei Töchter, Lily und Yvonne, sowie ein Sohn, Charles geboren. Kálmán - wie es auch die Bilder bezeugen - wurde ein glücklicher Ehemann und Vater. Sein Familienleben hat ihn bestimmt sehr beschäftigt, und die Organisation, die Anweisungen, Anmerkungen und die Administration um seine rund um die Welt gespielten Stücken haben ihn auch viel Zeit gekostet. Er veröffentlichte nämlich eine neue Operette erst sechs Jahre nach dem Stück Die Herzogin von Chicago: DEN TEUFELSREITER im Jahre 1934. Darauf folgten: DAS VEILCHEN VON MONTMARTRE (1935) und KAISERIN JOSEPHINE (1937) ... Alle hatten Erfolg, aber unter all seinen Operetten war die Csárdásfürstin am erfolgreichsten. Im zweiten Saal der Ausstellung ist die Barszene der Csárdásfürstin zu sehen. In den aufgebauten Logen sitzen die „Hauptdarsteller“, welche durch kostümierten Puppen ersetzt sind, in zeitgetreuen Kleidern, um der Ausstellung die richtige Stimmung zu verleihen.

Die Csárdásfürstin wurde zum ersten Mal am 17. November 1915 während des Weltkriegs in Wien aufgeführt. Auf Ungarisch ertönte sie ein Jahr später, am 3. November 1916 im Király Színház (Königstheater). Die letzte ungarische Premiere von Emmerich Kálmán war 1937 im Városi Színház (Stadttheater): die Hauptrolle von Kaiserin Josephine sang der damalige Stern der Opernhäuser, Mária Németh.

Die in den Vitrinen ausgestellten Materialien beinhalten originale Archivfotos und einige Reliquien von Emmerich Kálmán. Sie gelangten 1991 aus der Wiener Hofburg und dem Theatermuseum nach Siófok, als Geschenk von Vera Kálmán. Hier stellen wir die persönlichen Gegenstände von Emmerich Kálmán vor; seinen Aschenbecher, Spitzer, Federhalter , Signaturstempel, Briefumschlaghalter, Schreibblock, seine Brieftasche, Briefwaage, usw. Wir machen Sie auf die originalen Gipskopien von Emmerich Kálmáns Händen aufmerksam: diese Hände hielten die unvergesslichen Melodien fest. Nach den Augen verraten die Hände am meisten über den Schicksal eines Menschen. Eine wertvolle Reliquie ist die hohe österreichische Auszeichnung, das vom österreichischen Bundeskanzler Dollfuss überreichte „Kruckenkreuz“. Wegen des Krieges kamen dunkle und traurige Zeiten auf den Komponisten zu. Er musste Wien verlassen. Er zog nach Paris, später dann nach Amerika. Er kehrte erst nach dem Kriegsende nach Europa zurück. Am 11. April 1953 überreichte ihm Joseph Paul-Bencour als Krönung seiner musikalischen Karriere in Paris das Offizierkreuz der französischen Ehrenlegion. Die Premiere seiner letzten Operette, der ARIZONA LADY erlebte er nicht mehr. Er starb am 30. Oktober 1953 in der französischen Hauptstadt. Er wurde seinem Wunsch nach in Wien, auf dem Zentralfriedhof beerdigt.

Nyitvatartás


Hétfő: szünnap
Kedd-Péntek: 10.00-12.00 és 13.00-17.00
Szombat: 10.00-13.30
Vasárnap: ZÁRVA

Keresés

Események

Látogatók